Der Serval

Der Serval eine mittelgroße Wildkatze Afrikas, welches ihr beeindruckendes Äußeres an die Savannah Katze weitergegeben hat. Zu dem beeindruckenden Erscheinungsbild gehören die große Ohren, eine sonnengelbe Fellfarbe mit Schwarze Tupfen und seine langen Beine.

Kann er wie eine Savannah Katze gehalten werden? Leider kann man den Serval nicht wie eine Savannah Katze halten, denn der Serval ist und bleibt ein Raubtier, auch wenn er in Gefangenschaft extreme Anhänglichkeit zeigt, verwildern die meisten Servale nach 1-2 Lebensjahren. Die Savannah mag aus dem Serval enstammen, doch sollte man diese nicht mit ihm verwechseln. Laut Gesetzgeber benötigt der Serval ein Gehege und kann nicht einfach so in der Wohnung gehalten werden.

Der Serval sein Äußeres

Der Serval erreicht eine Körperlänge zwischen 75-100 cm, Schulterhöhe bis zu 60 cm. Er oder Sie erreicht ein Gewicht bis zu 7-18 kg und sein Revier ist bis zu 10 km² groß.

Dieser baut eine sehr große Bindung zum Menschen auf im Gegensatz zu anderen Raubkatzen. Servale sind verspielt, aktiv, sehr verschmust und anhänglich. Kurz gesagt, ein Hund im Katzenkostüm. Er apportiert gerne, geht gerne an die Leine Gassi, er liebt es zu Baden oder mit unter die Dusche zu gehen.

Der Serval war einstmals über ganz Afrika zu finden,

von den Küsten des Mittelmeers bis zum Kap der Guten Hoffnung, ferner in Südasien von der Arabischen Halbinsel bis nach Indien. Die Bestände haben aber im ganzen Verbreitungsgebiet stark abgenommen und sind sogar mancherorts, wie etwa in Indien, vollständig ausgerottet. Da sich das dünne Fell der Raubkatzen für die modische Verarbeitung eignete sich wenig, deshalb ist der Jagddruck auf die Schnelle Katze nie sonderlich groß gewesen.

Der Mensch hat sich die hervorragenden Jagdeigenschaften des Servals während mehrerer Jahrtausende nützlich gemacht. So haben bereits die Sumerer um 3000 v. Chr.  Servale gezähmt und für die Jagd abgerichtet.

Durch Aufzeichnungen auf Tontafeln sowie durch Knochenfunde in dem einst bewohnten Gebiet ist hinterlegt, dass die Herrscher der vorderasiatischen Stämme Geparden und Servale hielten und zur Jagd abrichteten, wie Jagdhunde.

Die Raubkatzen wurden eingefangen, was durchaus einige Monate in Anspruch nahm, da sich Geparden und Servale nicht so einfach in eine Falle locken ließen. Die Zähmung  Serval dauerte ungefähr 3 Monate.

Während dieser Zeit hielt man die Tiere in Ställen. Bevor sich eine Jagdgesellschaft auf den Weg machte, wurden Kundschafter ausgesandt, die das Wild aufspürten. Kehrten sie zurück, holte man Raubkatzen aus den Ställen, leinte sie an und zog ihnen eine Haube über den Kopf, um zu verhindern, dass die Tiere unruhig wurden.

Transportiert wurden die Raubkatzen auf einem zusätzlichen Karren, der hinter der adeligen Jagdgesellschaft herfuhr. Kam das Jagdwild in Sichtweite, wurden den gefleckten Raubkatzen Hauben und Leinen abgenommen und die Hetzjagd begann.

Die Orientalen betrachteten die Geparde und Servale Jagd als sportliches Freizeitvergnügen, als Spiel des Jagens.

Kevin Richardson erreichte eine tolle Freundschaft

Die Servale verpaarten sich problemlos im Palast, ab und an auch mit Hauskatzen. Zur Zähmung der Raubkatzen als Schmuse Katze, trennte man die Kitten von der Mama recht früh, meist dann wenn sie ihre Augen öffneten. Sie wurden dann per Handaufzucht mit Ziegenmilch aufgezogen, auch heute wird das noch von Raubtierexperten fortgesetzt wie ehemals Kevin Richardson.

Kevin RichardsonKevin Richardson gelang es alle möglichen Raubtiere zu zähmen, wie Hyänen, Geparden, Löwen und vieles mehr.

Circa 1500 v. Chr. entdeckten auch die ägyptischen Pharaonen die wilden gefleckten Katzen als Haustier und Jagdgehilfen.

Die legendäre ägyptische Pharaonin Hatschepsut, Kleopatra uvm. unternahm sogar ausgiebige Reisen in das Landesinnere, um die großen eindrucksvollen Katzen in freier Wildbahn zu beobachten und hielt selbst auch einige  Servale in ihrem Palast.

Im Palast lebten auch viele normale Katzen, dabei kam es ab und zu vor das ein Serval eine Katze belegt hat. So kam es dazu, dass in der Geschichte immer mal wieder Savannah Katzen geboren wurden.

Für das einfache Volk war jenes Haustier allerdings unerschwinglich.

Nur die Reichen konnten sich diese exotischen Hausgenossen leisten. Servalfänger und Händler genossen hohes Ansehen, denn nur einer von den Auserwählten konnte es gelingen. Geparden zu fangen und zu zähmen, so flüsterte irrtümlicherweise sich das ägyptische Volk.

Aber nicht nur die Sumerer und die alten Ägypter hegten eine Vorliebe für die schönen Katzen. Auch in Persien und Indien streifte die große gefleckte Katze im Laufe der Jahrhunderte durch die Paläste der Herrscher.

Die persischen Könige waren stolz auf ihre Geparde und Serval Haltung und der indische Mogul-Kaiser Akbar soll um 1580 sogar mehrere Tausend Servale und Geparde besessen haben, über die er auch Aufzeichnungen anfertigen ließ. Da immer mehr Nachschub gebraucht wurde, ging die Population der Servale und Geparde in Asien damals schon stark zurück.

Der ServalNatürlich faszinierte diese charismatischen Raubkatzen auch die Europäer. Alexander der Große hatte eine Vorliebe für exotische Tiere und ließ während seiner Eroberungsfeldzüge einige Servale und Geparden nach Europa bringen.

Kaiserin Poppaea, Gattin des römischen Herrschers Nero, hielt sich ein Serval Pärchen. Später auch zwei Geparden und führte sie immer an der Leine mit sich. Die Villen und Landsitze des römischen Adels füllten sich alsbald mit Servale und Geparden. So bekam beispielsweise Kaiser Leopold I. von Österreich Jagdgeparden vom türkischen Sultan geschenkt.